Meisen verspeisen Miniermotten – neuerdings

Meise

 

Naturgespräche bei einem Geburtstagsbrunch. Dort erzählt mir jemand, dass Meisen neuerdings Miniermotten fressen. Ein paar Jahre hat es gedauert, aber nun haben die Meisen als erste Vögel die Miniermotte als essbare Köstlichkeit entdeckt. Ein Segen für die Kastanienbäume, denn die Motte, die ursprünglich in abgelegenen Bergschluchten isoliert vor sich hinlebte, war durch Straßenbauarbeiten quasi befreit wurden und breitete sich Richtung Mittel- und Nordeuropa aus. Da sie dort keine natürlichen Feinde hat, halfen bislang nur ein paar etwas hilflose klingende Maßnahmen, wie Laub zusammen rechen und im Hausmüll entsorgen oder gleich verbrennen.

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Irgendwie müssen die Meisen ja von dieser Neuheit auf dem Speiseplan erfahren.

Im Neustadtgarten schwirren den ganzen Winter lang schon aufgeregt die Blaumeisen umher. Immer wieder schauen sie schon im Vogelhaus vorbei. Es sind mindestens sieben oder acht. Wer wird im Frühjahr dort einziehen dürfen?

Ich stelle mir gerade vor, wie die Kohlmeisens bei den Blaumeisens zum Abendessen eingeladen sind. Am nächsten Tag treffen Herr und Frau Kohlmeise ihre Vogelhausnachbarn – ein schwules Kohlmeisenpaar beim Rundflug durch den Garten.

Raupendinner

– Wir waren gestern bei den Blaumeisens. Sie hatten keine Lust zu kochen, es gab ein kaltes Balkan-Büffet. Lecker, sage ich dir – besonders die gedörrten Miniermotten! Hast du die schon mal probiert?

– Miniermotten? Kann man die essen?

– Man kann nicht nur, man sollte sogar. Die haben eine knusprige Schale und innen sind sie ganz weich. Köstlich. Der reine Proteinschub. –

– Und wo bekommt man die her?

– Ich glaube die Blaumeisens haben sie beim Direktvermarkter auf der Kastanienallee selbst picken dürfen. Deshalb waren die auch so frisch.

– Dort fliege ich nächste Woche auch mal vorbei. Dann laden wir euch zu einem albanisch-deutschen Abend ein.

 

Comments

  1. Sobald aber eine Lucke auftauchte der Biologe spricht neuerdings von einer ‚okologischen Nische’ war die Natur wieder da, freute sich, wuchs, fuhlte sich wohl und begann sofort mit der Fortpflanzungstatigkeit. So ist es eigentlich bis heute geblieben, in engen Ritzen oder auch auf weiten Flachen, in alten Zwischenraumen oder auch auf neuen Brachen ist die Stadt zugleich eine Landschaft.

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