Rüsselkäfer – der Feind in meinem Garten

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Ich habe es oft gelesen: Gärtnerinnen Freud und Gärtnerinnen Leid liegen sehr nah beieinander. Doch wenn es dann wirklich passiert, wenn das Leid die Mauern des eigenen Gartens überwindet, wenn man es förmlich sieht und spürt, dann ist das Leid um ein Vielfaches größer.

Mein Leid heißt aktuell: Gefurchter Dickmaulrüssler.

Ein Tier, von dem ich bisher nur Fotos aus dem Internet kenne, garniert mit Horrorgeschichten über sterbende Parkanlagen und seine Fraßspuren in meinem Garten. Anfangs ahnte ich ja nicht ansatzweise die Dimension. Es ist mitten im Winter und plötzlich geschieht etwas Seltsames: Löcher in den Bergenien, ein kahl geputzter Wurmfarn und abgenagte Azaleen-Blätter. Also beginne ich zu recherchieren.

Der Feind in meinem Garten hört auf den lateinischen Namen: Otiorhynchus sulcatus. Bei Wikipedia finde ich noch ein Foto von meinem neuen ungebetenen Gast:

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Copyright: „Otiorhynchus sulcatus 23-8-2007 20-10-41“ von Opuntia

 

Steckbrief: Gefurchter Dickmaulrüssler

Herkunft: wahrscheinlich Amerika

Größe: circa 1 cm

Aussehen: glänzend schwarz mit Furchen auf dem Panzer, manchmal braune Flecke

Alter: wird 2 Jahre alt

Besondere Eigenschaften: kann nicht fliegen, dafür aber umso schneller laufen

Speiseplan: dickfleischige Moorbeetpflanzen – aber insgesamt recht anspruchslos, d.h.: auch Eiben, Beerensträucher, Zwergmispeln, Erdbeeren und Engelstrompeten vertilgt er mit Vergnügen und Ausdauer

Hinaus mit dir!

Die Frage ist: Wie werde ich diesen ungebetenen Gast wieder los? Da ich immer wieder lese, dass die erwachsenen Tiere eigentlich nur von April bis Oktober an den Pflanzen rumknabbern, frage ich mich: Warum frisst der Gefurchte mitten im Januar?

Eine mögliche Antwort: Es ist zu mild. Kaum Minusgrade. Kein gefrorener Boden. Geschweige denn eine Schneedecke.

  1. Januar 2015

Locken oder Vertilgen?

Der Gefurchte ist dämmerungsaktiv. Das heißt, erst wenn es dunkel wird, kommt er aus seinem Versteck hervor und fängt an, die Pflanzen anzuknabbern. Also werde ich heute Abend schauen, ob ich ihn finde.

28.Januar 2015 früh

Suchen Teil 1

Es hat gestern Abend in Strömen geregnet. Ich wollte nicht raus.

28.Januar 2015 abends

Suchen Teil 2

Ich war draußen mit der Taschenlampe. Es war irre kalt. Ich habe NIEMANDEN entdeckt. Doch – eine kleine weiße Nacktschnecke. Ich habe sie geteilt. Der Gefurchte blieb in seinem Versteck.

31. Januar 2015

Versteck bauen

Unter Brettern oder in mit feuchter Holzwolle oder Pappe ausgestopften Blumentöpfen soll sich der Gefurchte gern verkriechen. Dann könnte man ihn einfach absammeln, meinen weise Menschen aus dem Internet. Das kann sehr effektiv sein, wenn der Bestand noch nicht so groß sei.

Holzwolle oder Pappe sind mir jetzt zu kompliziert – ich entscheide mich für die Variante mit dem Brett. Je ein Brett unter dem abgenagten Farn und eins unter die Azaleen. Die Bergenien kommen später dran. Ich will erst einmal wissen, ob es funktioniert.

Parallel kann man auch die natürlichen Feinde des Gefurchten bestärken: Igel, Spitzmaus und Vögel. Gut – Vögel fliegen hier genug herum, doch ob sie den Gefurchten finden? Ob er ihnen schmeckt?

Wo bekomme ich eine Spitzmaus und einen Igel her?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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