Magnolie – Augenweide statt Bienenweide

 

Es ist verwirrend – im Frühlingsgarten bestechen sie durch ihre Opulenz und barocke Pracht, doch für Botaniker/innen sind Magnolien eher einfach gestrickte Pflanzenwesen. Tatsächlich: einen Unterschied zwischen Kelch- und Blütenblatt sucht man bei ihnen vergebens und auch Bienen scheinen Magnolien nicht sehr attraktiv zu finden. Der Grund: 

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Einerseits blühen Magnolien noch bevor die Hauptschwarmzeit der Bienen beginnt, andererseits sind Magnolien entwicklungsgeschichtlich älter als Bienen. Das heißt, sie mussten quasi damals vor Millionen von Jahren aus der Not eine Tugend machen und sich  eine andere Art der Bestäubung ausdenken.  Da Magnolien kaum Nektar, aber Unmengen an Pollen produzieren, verbündeten sie sich mit flügellosen Käfern, die durch den Duft der Blüte angelockt werden. Diese Käfer sind aber eher raue Gesellen: Sie sammeln keinen Pollen, sondern sie essen ihn und knabbern auch sonst noch Teile der Pflanze an. Ihre Hinterlassenschaften verbleiben ebenfalls gleich vor Ort.

Als Bienenweide taugt die Magnolie also weniger im Garten, als Augenweide umso mehr. Und – in Asien zumindest – ist die Magnolie eine wertvolle Heilpflanze.

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Ihre Inhaltsstoffe gehören dort zur medizinischen Standardtherapie. Die Blüten der Magnolia salificifolia werden gegen Kopfschmerzen und Allergien verwendet. Eine neuere koreanische Studie sieht hoffnungsvolle Ansätze in der Behandlung von Alzheimerpatienten durch den Rindensaft von Magnolia officinales. Dieser soll auch das Zittern bei Parkinsonpatienten verringern.

 

 

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